KARPALTUNNELSYNDROM
Zunächst eine erfreuliche Nachricht
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, auch im Falle eines Karpaltunnelsyndrom s braucht er also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen, orthopädische Rehabilitationen akzeptieren und kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
ICD 10: G56.0 Karpaltunnelsyndrom (KTS)
Von einem Karpaltunnelsyndrom (KTS) sind Frauen 2,2 mal häufiger betroffen als Männer. Das Karpaltunnelsyndrom tritt statistisch gesehen erst im fortgeschrittenen Alter auf (Mittelwert bei 53 Jahren).
Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um ein Kompressionssyndrom bzw. um eine Kompressionsneuropathie (= Krankheitszeichen bei zu starker Einengung) des Nervus medianus im Handwurzelkanal, hauptsächlich in der Nähe des Handgelenk s, infolge einer mechanischen Reizung.
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Der sog. Canalis carpi (Handwurzelkanal) wird vom von Hand wurzel knochen und dem Retinaculum flexorum (= ein Halteband für die Seh n en) gebildet. Er enthält die Sehnen der Finger beuger und den Nervus medianus. (Bildquelle: www.thieme.de) |
Das Karpaltunnelsyndrom tritt in zwei Formen auf:
a) indiopathisches (= als krankhafter Zustand selbständig, ohne erkennbare Ursache entstanden) Karpaltunnelsyndrom (KTS)
b) sekundäres (= auf eine Vorschädigung, Vorerkrankung zurückzuführendes) Karpaltunnelsyndrom (KTS), hpts. infolge:
Knochen brüche mit deformierender Heilung (Radiusfraktur
perilunäre Luxation (= "Verrenkung" im Bereich eines Handwurzelknochens))
Steigerung des Druckes im Tunnel, z.B. infolge einer Tendosynovitis (= Sehnenscheiden-Entzündung)
Ödembildung (= Ansammlung von Gewebsflüssigkeit), Metabolitenablagerung (= Ablagerung von Stoffwechselprodukten) oder auch (selten) Bindegewebswucherung
Die Beteiligung der endokrinen (= Drüsen betreffenden) Faktoren läßt vermuten, daß an der Ausbildung des Karpaltunnelsyndrom s das sympathische Nervensystem wesentlich beteiligt ist. Dies deckt sich mit unserer Erfahrung, daß wiederholte Plexus brachial is-Blockaden (siehe unten) sehr viel bessere Resultate als selektive Medianus-Blockaden aufweisen. Die selektive Blockade des Nervus medianus eignet sich aber zur Diagnostik.
Beim Karpaltunnelsyndrom bzw.
bei dieser
Kompressionsneuropathie klagen
die Patienten über Brennschmerzen
in der (mehr mittleren)
Hand und des angrenzenden
Unterarm
es, vor allem
bei Dorsalflexion (= Überstreckung
der Han d).
Der Schmerz kann bis zur
Schulter
ausstrahlen.
Je nach Ausmaß der Störung treten
Hypästhesien -
und Parästhesien (= herabgesetzte
Empfindung und Mißempfindungen),
Kältegefühl und Hyperhidrose (=
übermäßige Schweißbildung),
später auch Atrophie (=
Gewebsschwund) der
Daumen ballen
muskulatur (Abduktor-Opponens-Atrophie) hinzu.
Der brennende Schmerzcharakter gibt manchmal Anlaß zur Verwechslung mit einer
Kausalgie.
Apparative Diagnostik bei dieser Kompressionsneuropathie:
Röntgen von Hand und Handgelenk, evtl. auch Halswirbelsäule, oder das Karpal tunnel direkt
Elektroneurographie (ENG)
Elektromyographie (EMG)
Zum Ausschluß hormonaler Faktoren sollte eine endokrinologische (= die Hormondrüsen betreffende) Abklärung erfolgen.
Darüber hinaus bei Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom evtl. noch Ultraschall, CT, MRT und medizinisches Labor (Diabetes mellitus?, Gicht? rheuma tische Krankheiten?)
In die differentialdiagnostischen Erwägungen (= was außer einem Karpaltunnelsyndrom sonst noch an Krankheiten infrage kommt) müssen unbedingt die Dupuytren-Kontraktur (= Zwangsbeugung der Finger infolge Hüllgewebsschrumpfung) und das Pseudo - Karpaltunnelsyndrom, bei dem die Sehne des Muskel s flexor digitorum den Nerv komprimiert, mit einbezogen werden.
Therapie beim Karpaltunnelsyndrom:
Hilfreich ist beim
Zunächst Versuch mit wiederholten, distalen (= nahe dem Handgelenk) Blockaden des Nervus medianus, auch mit Kortikoidzusatz
Im fortgeschrittenen Stadium, bei Veränderungen im EMG (= elektrische Muskeluntersuchung), ist die operative Spaltung des Ligamentum carpi transversum erforderlich
Bei Persistenz (= Weiterbestehen) der Beschwerden kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter
Nicht wenige Patienten kommen zum Schmerztherapeut oder in die Schmerzklinik, weil trotz Karpaltunnelsyndrom -Operation weiterhin ein starker Schmerz besteht. Es hat sich gezeigt, daß auch in dieser Situation die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis in vielen Fällen sehr hilfreich ist. Dieser Aspekt wirft doch die Frage auf, warum diese Behandlung des Karpaltunnelsyndrom s nicht schon vor der Operation versucht wurde ??
Methodenbeschreibung
Therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
kontinuierliche Blockade des Plexus
brachialis mit Katheter
Ein nicht zu
unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der
erwünschten Hemmung der Nozizeption (=
Schmerzreizleitung),
sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (=
unwillkürliches Nervensystem)
mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (=
großes Armnervengeflecht).
Die daraus resultierende sympathikolytische (=
gefäßerweiternde)
Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen
(z.B.
Sehnenscheidenentzündung) oder degenerativen Schmerzursache
schon fast kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen (z.B. nach Operationen) ist die sympathikolytische
Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen
(= mit herabgesetztem, verminderten Stoffwechsel einhergehende)
Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der
gestörten Mikrozirkulation kommt.
Bei der
kontinuierlichen Blockade des Plexus
brachial
is
(= Armnervengeflecht)
mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarmes, nahe der Achselhöhle
in örtlicher Betäubung der
Arm nerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird
durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide
(den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur
Schulter
hin,
vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich
(bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel aufgefüllt. Die
Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit
erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder
aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit
kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog.
Schmerzgedächtnis löschen, auch beim schmerzhaften Karpaltunnelsyndrom.
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik:
www.schmerzklinik-1.de
k u 3.1.06 www.karpaltunnelsyndrom.org
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